Analyse: Liquidität vs. Sharpe-Ratio

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Fragestellungen

Fragestellungen:

  • Die AiLA-Produkte profitieren oft erheblich davon, dass die Allokationen für die einzelnen Kontrakte desselben Rohstoffs getrennt modelliert werden.
  • Es hat sich jedoch auch gezeigt, dass die Anwendung der aggregierten Kontraktgewichte auf den Prompt-Kontrakt (Frontkontrakt) des Rohstoffs die Performance oft nur geringfügig beeinflusst.
  • Wie beständig ist dieser Effekt bei verschiedenen AiLA-Rohstoffindizes, und lassen sich typische Muster erkennen?

Vorgehen:

  • Einen allgemeinen Ansatz entwickeln, der die einzelnen Kontraktgewichte aggregiert und diese Gewichte auf den Prompt-Futures-Kontrakt des Rohstoffs anwendet, z. B. den rollierenden Frontmonat.
  • Die Performance der AiLA-Strategie mit einzelnen Kontraktgewichten und mit aggregierten Gewichten im Prompt-Kontrakt für eine Reihe verschiedener AiLA-Indexprodukte vergleichen.

Einzelkontrakte (Individual): SR = 2.3, Risiko = 7.8%

Prompt: SR = 1.8, Risiko = 9.7%

𝜌(Einzelkontrakte, Prompt) = 93%

Prompt-Kontrakt

  • Die Allokationsgewichte der einzelnen Monatskontrakte wurden für den jeweiligen Rohstoff-Future summiert, z. B. die Gewichte der Monatskontrakte für den CME-WTI-Futures-Markt.
  • Die aggregierten Allokationsgewichte wurden anschließend auf den Prompt-Kontrakt des entsprechenden Rohstoffs angewandt, der hier in der Regel zur Monatsmitte vor dem Kontraktmonat gerollt wurde.
  • Die Prompt-Version des AiLA-Produkts wurde dann mit der Originalversion verglichen, die auf Allokationen in den einzelnen Kontrakten beruht.
  • Der Vergleich erfolgte für 16 verschiedene AiLA-Produkte, die sich in ihrer Asset-Zusammensetzung teilweise überschneiden, aber auch deutlich unterscheiden.
  • Da sich Long- und Short-Gewichte gegenseitig aufrechnen, allokiert die Prompt-Version des Portfolios in der Regel einen geringeren Kapitalanteil als die Version mit Einzelkontrakten.

Wie stark die Prompt-Version des Portfolios weniger Kapital allokiert, hängt vom Umfang der sich ausgleichenden Long- und Short-Gewichte ab; bei einem reinen Long-Portfolio etwa ergäbe sich kein Unterschied.

Prompt-Kontrakt

  • Bei den Produktrenditen weist die Prompt-Version des Portfolios tendenziell ein höheres jährliches Risiko auf als die Version mit Einzelkontrakten, die mehr später fällige Kontrakte enthält.
  • Das Verhältnis des jährlichen Risikos Prompt/Einzelkontrakte, analysiert für den Zeitraum 2017 bis 2022, liegt bei allen 16 Produkten über 1, allerdings je nach Portfoliozusammensetzung in unterschiedlichem Ausmaß.
  • Die durchschnittlichen Jahresrenditen zeigen dagegen keinen solchen systematischen Unterschied zwischen den Prompt- und den Einzelkontrakt-Portfolios. Daraus ergibt sich ein Unterschied bei den Sharpe-Ratios, der dem Muster des jährlichen Risikos folgt.
  • Die Korrelation der Performance zwischen Prompt- und Einzelkontrakt-Version liegt bei allen 16 AiLA-Produkten zwischen 80% und 100%, bei einer medianen Korrelation von 95%.

Schlussfolgerungen

  • Anhand von 16 AiLA-Produkten wurde untersucht, welchen Unterschied es macht, die für einzelne Rohstoffkontrakte ermittelten AiLA-Allokationen auf die jeweiligen Kontrakte oder nur auf den Prompt-Kontrakt, d. h. den rollierenden Frontkontrakt des Rohstoffs, anzuwenden.
  • Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass beide Versionen eine ähnliche Performance erzielen, wobei die Prompt-Version in der Regel eine etwas niedrigere Sharpe-Ratio aufweist als die Version mit Einzelkontrakten.
  • Der Hauptgrund für den Unterschied in der Sharpe-Ratio scheint darin zu liegen, dass die Prompt-Version in der Regel ein höheres jährliches Risiko hat als die Version mit Einzelkontrakten, die mehr später fällige Kontrakte enthält.
  • Die Ergebnisse legen nahe, dass getrennte Allokationsstrategien für einzelne Kontrakte zwar einen erheblichen Mehrwert bieten, d. h. Vielfalt bei den Allokationsentscheidungen, die Aggregation der finalen Kontraktgewichte und ihre Anwendung auf den Prompt-Kontrakt die Performance aber nur relativ wenig beeinflusst.
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